"Bios" ist der große Knaller

05. Januar 2009. Die neue Nordmann- Limonade sorgte für ein Absatzplus bei alkoholfreien Getränken. Bei Bier gab's hingegen 2008 einen Rückgang.

Stralsund. "Es war ein zweigeteiltes Jahr." Brauereichef Markus Berberich ist nicht ganz glücklich mit dem, was 2008 rund um das Unternehmen der Nordmann-Gruppe geschah. Dennoch bleibt er mit Blick auf 2009 "verhalten optimistisch".

Vor allem das überregionale Geschäft habe sich in den zurückliegenden 12 Monaten nicht so entwickelt wie erhofft, erklärt der 39-Jährige. Gründe nennt er mehrere. "Vor allem wirkten sich Veränderungen im Einzelhandel stark auf den Absatz aus. Dadurch brachen Geschäftsbeziehungen weg." Dabei verweist der Brau-Ingenieur auf Zusammenschlüsse bzw. Übernahmen der Großen Handelsketten wie Edeka. 

Ein schweres Jahr sei es auch wegen der Konsolidierung bei den großen Brauereien gewesen. Es gebe einen "Kapazitätsüberdruck am Markt". Hinzu kämen die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie, die die Ertragssituation des Unternehmens verschlechterten. 

Diese Negativtendenz konnte die Stralsunder Brauerei auch nicht durch die "sehr gute Entwicklung am Regionalmarkt" kompensieren. "Hier haben wir dazu gewonnen", erklärt Berberich stolz. Das treffe sowohl auf die Marke "Stralsunder" als auch auf "Störtebeker" zu. Insgesamt flossen vergangenes Jahr 89 000 Hektoliter Bier aus den Kesseln an der Greifswalder Chaussee. Das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. 

Für die Zukunft setzt Berberich eindeutig auf eine Stärkung der Position in der Region. Dabei verweist er auf die Bio-Produkte des Hauses und auf das Konzept "vom Acker ins Glas". Er beschreibt Kreisläufe, wie die Gerste von den Feldern Vorpommerns als Bier auf die Tische der Menschen hier kommt. Den ganz großen Knaller landete das Unternehmen 2008 allerdings nicht mit Bier, sondern mit einem alkoholfreien Getränk. Berberich: "Mit ,Bios' haben wir etwas völlig Neues auf den Markt gebracht." Die Limonade unterscheide sich grundlegend von allem, was bislang im Handel angeboten worden sei. Es verfüge nicht nur über ein Säuerungsmittel, das durch Fermentierung aus Malz (Berberich: "Das können nur Brauer.") gewonnen werde. Sondern verzichte auch auf den Zusatz von Kristallzucker. Die Süße werde mit Hilfe von Fruchtsäften erreicht. Damit unterscheide sich "Bios" eindeutig von dem Lifestyle-Getränk "Bionade". "Unser Produkt ist 100 Prozent bio, etwas für Gesundheitsbewusste." Derzeit gibt es vier Geschmacksrichtungen dieser neuartigen Limonade, die auf der "BioFach" in Nürnberg im Februar 2008 einiges Aufsehen erregte. Die Sorte "Orange-Ingwer" wurde zudem von "Ökotest" angefordert und mit dem Prädikat "sehr gut" bewertet. Die Neuentwicklung bescherte der Brauerei beim Absatz von alkoholfreien Getränken ein Plus von zwei Prozent auf 100 000 Hektoliter. 

Im Zusammenhang mit "Bios" spricht Berberich von einem "Schlüssel zu neuen Getränkekategorien" und von "netten Ideen, mit denen wir die Kunden und unsere Wettbewerber in der nächsten Zeit überraschen werden". 

Unabhängig von dieser positiven Entwicklung sieht Berberich die Zukunft beim Bier. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass die Nordmänner im vergangenen Jahr mit dem Bundesehrenpreis für die Brauerei mit den meisten Auszeichnungen gewürdigt wurde. Der Preis wurde 2008 zum ersten Mal vergeben. Für jedes Bundesland gab es ihn jeweils einmal. 

Fortsetzen will die Brauerei auch im neuen Jahr ihr Engagement in der Region. Marketing-Chef Lars Gräning nannte das Sponsoring im Sport ebenso wie die Unterstützung des Tierparks als Beispiele. Ein endgültiger Schlussstrich wurde allerdings unter die Brauereihoffeste gezogen. "Im Juni oder Juli 2009 wird es erstmals ein Bierfest auf dem Unternehmensgelände geben", sagt Gräning. Dazu gehöre natürlich auch ein kultureller Teil, aber keiner mit Konzerten großer Stars. Im jährlichen Wechsel zu den Bierfesten soll die Brauerei-Arena bei Fußball-Welt- und Europameisterschaften wieder zahlreiche Fans anlocken.

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